Oberlahr - Sankt Antonius
Oberlahr - Sankt Antonius

Oberlahr - Sankt Antonius

Inmitten der Fachwerkhäuser des alten Bergbauorts Oberlahr liegt St. Antonius. Die Pfarrkirche wurde in kürzester Zeit, in den Jahren 1874-1876 errichtet, finanziert durch Geldsammlungen der Gläubigen aus Oberlahr und sogar der Nachbargemeinden. Sie ersetzte ein romanisches Kirchlein, das bereits um 1200 existiert haben muss, aber in dem die ständig wachsende Gemeinde keinen Platz mehr fand. 

Bis heute haben sich eine alte Betbank von 1695 und ein Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert erhalten können, das sich vor dem Altar des Pfarrpatrons, des Heiligen Antonius befindet. Ihm ist auch eines der großen Chorfenster gewidmet.

In der Pfarrei sind unterschiedliche Gruppierungen aktiv. So gibt es die Meßdienergruppe, den Kirchenchor „Cäcilia", die DPSG-Pfadfinder Stamm Isenburg Schürdt / Oberlahr oder die Katholische Frauengemeinschaft.

Feste Bestandteile im Gemeindeleben sind die Kirmes im Januar am Wochenende nach dem Patronatsfest und das Pfarrfest Ende August / Anfang September. 

Weitere Informationen

Über 800 Jahre alt

Genaue Urkunden oder andere Dokumente über die Gründung der Pfarrei Oberlahr sind nicht bekannt. Durch allerlei Berichte und anhand einzelner schriftlicher Überlieferungen kann jedoch Wichtiges zur Geschichte der Pfarrei zusammengefügt und glaubhaft (allerdings mit großen Lücken) dargestellt werden.

Die Pfarrei Oberlahr gehörte in den Anfängen (vor über 800 Jahren etwa) zusammen mit Ehrenstein und Buchholz, zur Pfarrei Asbach. Dass diese große Pfarrei bereits im 12. Jahrhundert bestand, geht aus einer Schenkungsurkunde des Kölner Erzbischofs Phillip von Heinsberg an das Stift St. Pantaleon in Köln aus dem Jahr 1183 hervor. In den darauf folgenden Jahrhunderten trennten sich nacheinander drei Pfarreien von Asbach ab. Als erste wurde nach 1350 Oberlahr selbständig, als zweite 1477 Ehrenstein, und als dritte 1835 Buchholz.

Das Lahrgebiet war früh besiedelt wegen seiner reichhaltigen Erzvorkommen - daher auch seine frühe Selbständigkeit als Pfarrei. Wer der Gründer war, ist unklar. Da zu dieser Zeit bei solchen Angelegenheiten die weltlichen Besitzer ein starkes Wort mitredeten, könnte es der Graf von Isenburg, der über die Grundherrschaft Lahr verfügte, oder der Graf von Nassau-Beilstein, der Rechte im Zusammenhang mit Burglahr hatte, oder gar die Ütgenbacher gewesen sein.

In Oberlahr stand bereits um 1200 eine kleine Kirche. Das ist ziemlich sicher aus ihrem spätromanischen Baustil zu belegen. Da sie erst nach fast 700 Jahren, nämlich im Jahre 1878, zu Gunsten eines Neubaus abgerissen wurde, gibt es noch ein Foto dieser kleinen Kirche.

Die Kirche war zur Zeit der Zugehörigkeit zur Asbacher Pfarrei - bis nach 1350 also - "Filialkirche" und wurde mit der Gründung der Oberlahrer Pfarrei "Pfarrkirche" . Zu den besonderen Rechten einer eigenständigen Pfarrei gehörten im Mittelalter : "Taufspendung", "Begräbnis" (Friedhof) und "Glockenschlag".

Wie im Mittelalter üblich, besaß auch die Pfarrei Oberlahr Kirchenland. 24 Morgen waren es, wie berichtet wird, von denen etwa 11 Morgen im Mehrbachtal bei Diefenau lagen. Der Volksmund nannte es "Oberlahrer Pfaffenland" (das althochdeutsche Wort "Pfaffe" bedeutetet damals keinesfalls etwas Abwertendes - es war die übliche Bezeichnung für den niederen Klerus). In einem Dokument von 1662 heißt es über dieses "Oberlahrer Pfaffenland":

"Die Kirch zu Oberlahr hat zu Diefenau an Wiesen 2 ½ Morgen und 20 Roden, an Land 7 ½ Morgen und 20 Roden. Bekommt darob jährlichs zu Pacht: 1 Malter Haber, 3 Reichsdahler und 4 Pont Botter."

Zu der Lage der Wiesen und Äcker sind folgende Flurnamen erwähnt: "An der Stieleiche", "Herrenwies" (später "Münchenwies" genannt), "Langes Stück", "Langstücksheck", "Billenhöhnchen" u.a.m. Die Ländereien wurden vom Diefenauer Hofpächtrer bewirtschaftet, der auch die oben genannte Pacht an die Pfarrei Oberlahr abliefern mußte. Später im 19. und 20. Jahrhundert waren es Oberlahrer Bauern, die das Land, vornehmlich die Wiesen, pachteten.

(Quellen : "Hausbuch des Hillarius Limpach", Stadtarchiv Wiesbaden 340 / II / B / 221), Jos. Schäfer

Kapelle in Burglahr
Kapelle in Burglahr

Die Burg zu Lahr geht wohl auf das 12. Jahrhundert zurück und war bis zur Säkularisation 1812 bei wechselnden Nutzern im Eigentum des Kölner Erzstiftes.

Der Kölner Kurfürst war also weltlicher und kirchlicher Herr der Bewohner in der Lahrer Herrlichkeit. Die Burg war der Überlieferung nach bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts bewohnt, verfiel dann aber mehr und mehr. Die Ruinen wurden als Steinbruch genutzt. Die Oberlahrer Schule soll sogar aus diesen Steinen gebaut worden sein. Die Burg hatte wohl auch eine Kapelle, die aber auch dem Zerfall anheim gegeben war.

Etwa um 1700 (nach Pfarrer Lückerath) wurde im Ort eine Ersatzkapelle errichtet. Da sie aber sehr klein war, wurde sie 1851 auf das heutige Maß erweitert. Die Kapelle ist auf den Titel "Maria Heimsuchung" geweiht. Eine wunderschöne (bäuerliche), barocke Madonna schmückt daher bis auf den heutigen Tag das Altarbild. Über dem Marienbild in Altar der Burglahrer Kapelle steht: "Maria Larete O.P.N." (Maria von der Lahr bitte für uns). Die Lahrer Herrlichkeit verehrt also ein eigenes Gnadenbild der Muttergottes.

Jeden Dienstag wird hier heilige Messe gefeiert (zur Zeit ist das wegen der Pandemie leider nicht möglich).

Die Kapellengemeinde ist sehr darum bemüht, dieses Gotteshaus zu pflegen und zu erhalten. So wurden in den letzten Jahren Messgewänder, eine Ampel für das Ewige Licht und Gebetbücher gespendet. Für die notwendige Reparatur des Harmoniums wurde ein Spender gefunden, der die Kosten von 500 € übernahm. Der Küsterdienst, die Pflege der Kapelle und kleinere Reparaturen werden von den Gemeindemitgliedern ehrenamtlich übernommen. In der Regel sind es um die 15 Personen, die an der Messe am Dienstag teilnehmen. Es bleibt zu hoffen, dass die Kapelle auch in Zukunft ein geistliches Zentrum für die Gemeinde bleibt.